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22.06.2002 - 1. Vortrag: Haltung und Zucht von Vogelspinnen, Schwerpunkt Asiaten
Nach einer kurzen Begrüßung...
...hat Volker gleich richtig losgelegt...




...ein kleines, aber sehr interessiertes Publikum.

Am 22.06.2002, gut ein Jahr nach der Gründung der BerlinSpinnen war es soweit: wir durften Volker von Wirth zum 1. Vortrag in Berlin begrüßen (Volker vorzustellen ist sicherlich nicht nötig; fast jeder, der sich mit Vogelspinnen beschäftigt, hat sein Buch zu Hause im Regal).

Ein halbes Jahr zuvor hatten wir überlegt, wie man denn einmal einen Vortragenden nach Berlin locken könnte, hatten aber noch keinen richtigen Ansatzpunkt. Unsere Arbeitsgemeinschaft - damals noch Stammtisch - gab es ja noch nicht so lange, unser Bekanntheitsgrad hielt sich damit in Grenzen. Zufälligerweise "trafen" sich dann Hagen und Volker in einem Forum in einem Thread, und ganz nebenbei fragte Volker, ob er denn nicht mal bei dem neuen Stammtisch in Berlin einen Vortrag halten solle? So einfach ist das manchmal.

Leider erschienen an dem Samstag trotz vielfältiger Werbung im Internet und auch über Flyer, die wir in einschlägigen Zoohandlungen verteilten, neben den BerlinSpinnen nur zwei weitere Gäste. Vielleicht hatten wir bei Manchem gegen die zu dieser Zeit laufenden Fußball-WM keine Chance.

Endlich konnte der Vortrag beginnen: Der erste Teil war allgemein gehalten und befasste sich zunächst mit dem Körperbau der Spinnen. Dabei kamen Bilder zum Einsatz, die wir aus dem Buch kennen. Nebenbei wurden wir über 2 kleine Fehler einer Abbildung in seinem Buch aufgeklärt, wer möchte kann ja die Zeichnung "Körperschema einer Vogelspinne" (Seite 11 in der 4. Auflage) einmal genau durchsuchen.

Weiterhin wurde im ersten Vortragsteil die Haltung der Tiere beschrieben, wie falsche Haltungsbedingungen erkannt werden können und natürlich wurden Möglichkeiten zur artgerechteren Haltung speziell für asiatische Bodenbewohner vorgestellt. Aufgeräumt wurde nebenbei mit der in fast allen Büchern vertretenen Meinung, als Bodengrund nur ungedüngte Blumenerde verwenden zu dürfen. Weitere Themen behandelten Futtertiere, Versand und Krankheiten der Spinnen. Dabei waren stets sowohl Tipps für Anfänger in der Spinnenhaltung vertreten, als auch solche aus Volkers Erfahrungsschatz, die manchem "Profi" noch weiterhelfen können. Besonders interessant waren natürlich die Berichte zur Nachzucht, über die Verpaarung bis zur Aufzucht der Nymphen wurde alles Wichtige behandelt. Dabei wurde auch noch einmal auf die genaue Bezeichnung der Entwicklungsstadien eingegangen: Ei - Prälarve - Larve - Nymphe, die ja oft nicht selbstverständlich ist.

Der zweite Teil des Vortrages wurde dann etwas spezieller, aber nicht minder interessant. Er behandelte Volkers Spezialgebiet: Asiatische Vogelspinnen. Dabei tauchten wir schon einmal etwas tiefer in die Artbestimmung ein. Eine wichtige Schlussfolgerung war, dass die Möglichkeit der Artbestimmung über äußere Merkmale nur äußerst eingeschränkt oder überhaupt nicht möglich ist. Dabei zeigte Volker Beispiele gleicher Arten, die ein völlig unterschiedliches Aussehen aufweisen und Bilder zweier verschiedener Gattungen, die nahezu identisch aussahen. Wir erfuhren, dass neben dem Aufbau der Geschlechtsorgane (z.B. der Spermatheken) vor allem die Struktur der Stridulationsorgane für die Feststellung verwandtschaftlicher Beziehungen herangezogen werden müssen. Dabei bewies er uns z.B. die nahe Verwandschaft der Gattungen Psalmopoeus und Poecilotheria, die sich nach der Trennung der Kontinente im amerikanischen bzw. asiatischen Raum eigenständig weiterentwickelt haben. Dieser Ausflug in die Taxonomie machte auf jeden Fall "Appetit" auf einen Bestimmungskurs, den Volker - wenn alles klappt - im nächsten Jahr in Berlin abhalten wird.

Nach Beendigung des Vortrages gab es natürlich viele Ansätze für Diskussionen, Volker kam damit auch während der nachfolgenden - zeitlich ausgedehnten - gemütlichen Runde im Leopoldīs nicht zu Ruhe.

Wir können uns alle nur noch einmal recht herzlich für die schönen und vor allem informativen Stunden bei Volker bedanken. Und wie schon erwähnt, freuen wir uns natürlich schon auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

Martin S.

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